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RUNDSCHAU VON DER ALB
Mit “Aha-Effekt"
Das Trochtelfinger Stadtbild im Wandel der Zeit
„Wo kommen wir her, wo gehen wir hin ?", lautet eine der existentiellen Fragen der Menschheit. Um eine Teilantwort bemüht sich die, am Sonntag eröffnete, Ausstellung des Trochtelfinger Heimatvereins.
SIMON WAGNER
Trochtelfingen. „Des war doch erst", ruft eine Besucherin des Heimatmuseums in Trochtelfingen am Sonntagnachmittag. Sie steht vor einer Fotowand, auf der Umbrüche im Stadtbild fotografisch und mit Jahreszahlen dokumentiert zu sehen sind.
Mit ihrem ganz persönlichen „Aha-Effekt" war sie am Sonntag nicht alleine. Wie ihr ging es den vielen Besuchern der diesjährigen Sonderausstellung „s'Städtle im Wandel", als sie auf Spurensuche ins Heimatmuseum gingen. Vom Trochtelfinger Geschichts- und Heimatverein angestoßen, konzeptioniert und umgesetzt, nach einjährigem Vorlauf, Recherchen und mühevoller Dokumentation, ist die Sonderausstellung zur wechselvollen Geschichte der Stadt Trochtelfingen noch bis zum nächsten Sommer zu sehen.
Die Ausstellungsmacher um den Vereinsvorsitzenden Bernhard Klingenstein, wollen mit ihr ein Schlaglicht auf strukturelle Prozesse und Veränderung der Albgemeinde wer fen. So weit gefasst der Anspruch, so breit die möglichen Themengebiete. Die nun eröffnete Schau versteht sich denn auch als erster Teil einer im nächsten Jahr fortgeführten Dokumentation. Zu vielfältig die thematischen Brennpunkte, zu eng die Räumlichkeiten, um die komplexen Veränderungen auf einmal zu zeigen.
Der Fokus der aktuellen Ausstellungen beschränkt sich so auf sichtbare Veränderungen in der Stadt, begleitet vom Handwerkerleben anno dazumal, über die Anfänge der Industrialisierung, bis zur heutigen^ Entwicklung, hin zu einem modernen Industriestandort mit namhaften Unternehmen.
Um diesen Strukturwandel über die Jahrhunderte abzubilden und damit die sich veränderten Lebensverhältnisse der Menschen zu beschreiben, dienen ausgewählte Schwerpunkte.
Angefangen von der Wasser- und Stromversorgung, dem Wandel der einst landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft, bis hin zu der Modernisierung kommunaler Einrichtungen und Dienste.
Die Ausstellung geizt nicht mit historischem und aktuellem Bildmaterial. Gegensätze und Entwicklungslinien werden so buchstäblich sichtbar und laden ein, das heutige Erscheinungsbild der Stadt nach historischen Wurzeln abzuklopfen. Dabei würdigen die Macher auch längst abgerissene Gebäude, wie den Fruchtkasten oder den Schafstall. Die reich bebilderte Ausstellung bietet dokumentarische Hinweise auf grundlegende Veränderungen in der Stadt, im Laufe der Zeitenwende.
Der dichten und mit unzähligen Informationen versehenen Schau, gingen aufwendige Recherchen voraus. Ob in den Fotokästen der Trochtelfinger selbst, im Archiv der Stadt oder im Kreisarchiv . Zu Tage kamen kleine Schätze, die an Vergangenes erinnern und fähig sind, den Blick auf das Heute und seine Ursprünge zu verändern.
Neben der Ausstellung zur Stadtgeschichte feierte der Geschichts und Heimatverein eine weitere Premiere. Erstmals geben sie die „Trochtelfinger Geschichtsblätter" heraus. In einer Auflage von zunächst 150 Exemplaren, widmen sich ausführliche Artikel historischen Ereignissen, wie etwa dem großen Erdbeben von 1911. Zusätzlich werden alte, in Trochelfingen gebräuchliche Maßeinheiten beschrieben. Klingenstein: „Das ist ein erster Versuch", so seine Hoffnung auf reges Interesse am Service des Vereins. Für drei Euro ist er zu erwerben und vielleicht der Anfang einer ganzen Reihe.
Sicher indes ist schon jetzt, dass im Sommer nächsten Jahres der zweite Teil zum Wandel der Stadt zu sehen sein wird. In der Folgeausstellung wird es dann um die Entwicklung des Handwerks und der Dienstleistungsbetriebe in Trochtelfingen gehen.
Bis dahin aber warten sicherlich noch zahlreiche Aha-Effekte auf die Besucher der aktuellen Schau.
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